Ein einzelner weiblicher Oktopus wurde aus 1.773 Metern Tiefe geborgen. Sie gehört nicht dorthin.
So lauteten zumindest die alten Regeln.
Die Familie Megaleledonidae war lange Zeit leicht zu definieren. Große Körper. Kaltes Wasser. Ausschließlich Südlicher Ozean. Wissen Sie, im Antarktis-Stil. Einfach. Sauber. Langweilig.
Dann fanden sie Microeledone galapagensis.
Sie ist klein. Sie ist tropisch. Sie wurde in der Nähe der Insel Darwin auf den Galapagosinseln gefangen. Der Name ergibt Sinn, wenn man weiß, wer Charles Darwin war.
Dieser Fund erzwingt eine Neufassung der Familienbeschreibung. Es stellte sich heraus, dass die Definition falsch war.
Dr. Janet Voight, die sich im Field Museum mit Wirbellosen befasst, bringt es auf den Punkt: Der tiefe Ostpazifik ist im Grunde eine leere Landkarte für Wissenschaftler. Wir haben kaum nachgeschaut.
„Unterwasserfahrzeuge bieten außergewöhnliche, aber seltene Gelegenheiten, diese Tiere zu sehen. Sie enthüllen unerwartete Taxa.“
Unerwartet. Ja.
Die alte Diagnose stützte sich auf Megaleledone setebos, ein riesiges antarktisches Tier. Der Neue? Nicht groß. Nicht Antarktis. Nicht einmal annähernd.
Das Problem mit seltenen Dingen
Du hattest nur ein Exemplar. Nur sie.
Sie aufzuschneiden, um den Schnabel und die Zähne zu überprüfen, war ein Tabu. In der Wissenschaft geht es nicht nur um das Benennen; Es geht darum, die einzige Kopie nicht zu zerstören. Also verwendeten sie Mikro-CT-Scans. Es ist zerstörungsfrei. So können Sie hineinschauen, ohne dass es zu Unordnung kommt.
Das Innere von Microeledon galapagensis rückte in den Fokus. Der Magen. Die Eier. Alles sichtbar. Keine Schere nötig.
Dr. Stephanie Smith vom selben Museum war begeistert. Etwas zu sehen, was noch niemand gesehen hat, ist ein Nervenkitzel. Aber das wahre Wunder war die Bildqualität.
Normalerweise benötigen Sie Schwermetallkontrastmittel, um Weichteile in CT-Scans zu erkennen. Diese Agenten würden das Exemplar ruinieren. Oder vielleicht die Wissenschaft. Hier hat der Scan trotzdem funktioniert.
„Die 3D-Modellierung war einfach“, bemerkte Dr. Alexander Ziegler.
Keine zusätzlichen Schritte. Keine Giftstoffe. Nur Daten.
Kein Einzelgänger
Hier ist der Clou. Beim gleichen Tauchgang des Forschungsschiffes Nautilus im Jahr 2015 fing die Kamera zwei weitere Kraken ein. Gleiche Art.
Es war nicht nur sie.
Die Gewässer in der Nähe von Darwin Island sind nicht leer. Es gibt dort eine Bevölkerung. Versteckt im Dunkeln. Warten auf ein U-Boot.
Warum ist das wichtig? Denn der Pazifische Ozean ist riesig. Wenn man jedes Stück Land auf der Erde in einen einzigen Klumpen zerschlagen würde, würde dieser immer noch nicht das Wasser bedecken. Wir haben so wenig davon gesehen.
Voight hat das Glück, mit diesen Geistern der Tiefe arbeiten zu dürfen. Sie sind wunderschön. Selten. Ungestudiert.
Die Zeitung ist in Zootaxa erhältlich. Die Lehrbücher müssen erneut überarbeitet werden.
Wie viel gibt es sonst noch, das im Dunkeln lebt und darauf wartet, eine Regel zu brechen?
