Warum Joseph Needhams „Wissenschaft und Zivilisation in China“ immer noch wichtig ist

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Joseph Needham war kein typischer Akademiker. Er wurde 1900 in London geboren und verbrachte sein Leben damit, eine Brücke zwischen zwei Welten zu schlagen, die die meisten Gelehrten streng getrennt hielten: der westlichen Biochemie und der östlichen Geschichte. Er starb 1995 in Cambridge und hinterließ ein Erbe, das die Welt dazu zwang, die wissenschaftliche Vergangenheit Chinas aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten.

Sein krönendes Werk „Science and Civilization in China“ bleibt ein Meilenstein. Es war nicht nur ein Geschichtsbuch. Es handelte sich um eine umfassende Studie darüber, wie die chinesische Zivilisation ihre wissenschaftlichen Methoden entwickelte. Needham hat es nicht nur geschrieben. Er hat es ins Leben gerufen und jahrzehntelange Forschung in einer umfangreichen, mehrbändigen Serie zusammengefasst, die unser Verständnis der Geschichte der Technologie verändert hat.

Vom Biochemiker zum Chinajäger

Needham stammte aus einer Medizinerfamilie. Sein Vater war Arzt. Dieser Hintergrund verlieh ihm die Präzision eines Wissenschaftlers und die Neugier eines Historikers. Er promovierte 1924 in Cambridge. Nicht lange danach trat er dem neu gegründeten Dunn Institute of Biochemistry bei.

Selbst dann wanderten seine Gedanken in die Vergangenheit. Sein Buch „Chemical Embryology“ (1931) enthielt ein so langes Vorwort, dass es zu einer eigenständigen Geschichte der Embryologie wurde, als er es 1934 erneut veröffentlichte. Er fragte bereits, warum sich die Dinge so entwickelten, wie sie taten, und nicht nur, wie sie funktionierten.

Der Wendepunkt kam Ende der 1930er Jahre. Needham begann mit chinesischen Biochemikern zusammenzuarbeiten. Diese Interaktionen lösten eine Faszination für Chinas Sprache und Zivilisation aus. Er wollte nicht nur ihre Wissenschaft studieren. Er wollte die Kultur verstehen, die es hervorgebracht hat.

Diese Neugier führte ihn während des Zweiten Weltkriegs nach China. Von 1942 bis 1946 leitete er dort eine britische wissenschaftliche Mission. Er saß nicht in einem Büro. Er reiste durch das ganze Land. Er durchforstete Bibliotheken und Archive und sammelte seltene wissenschaftliche Bücher und Manuskripte, die jahrhundertelang unbeachtet geblieben waren. Er suchte nach Beweisen für eine wissenschaftliche Tradition, die der Westen weitgehend ignoriert hatte.

Nach dem Krieg war er von 1946 bis 1948 Direktor für Naturwissenschaften bei der UNESCO. Zu diesem Zeitpunkt war die Mission klar. Er kehrte nach Cambridge zurück, um mit der monumentalen Aufgabe zu beginnen, „Wissenschaft und Zivilisation in China“ zu schreiben.

Der Umfang der Serie

Was deckte „Wissenschaft und Zivilisation in China“ eigentlich ab? Es war riesig. Die Reihe untersuchte die Geschichte der chinesischen Chemie, Mechanik, Navigation und Medizin. Es befasste sich mit Disziplinen, die in der westlichen Geschichte oft als zweitrangig gegenüber europäischen Innovationen angesehen wurden.

Needham arbeitete nicht alleine. Als das Projekt wuchs, wuchs auch sein Team. Weitere Gelehrte unterstützten ihn und verwandelten seine Solo-Obsession in ein kollaboratives Epos.

Der Aufbau war ambitioniert. Geplant waren sieben Bände. Sechs wurden von Needham und seinen Kollegen zum Zeitpunkt seines Todes fertiggestellt. Der siebte bleibt eine Lücke in der Aufzeichnung, eine Erinnerung daran, dass selbst die anspruchsvollsten Projekte ihre Grenzen haben.

„Die Arbeit untersuchte die Beziehung zwischen den konfuzianischen und taoistischen Traditionen und der chinesischen wissenschaftlichen Innovation.“

Dies war nicht nur eine Liste von Erfindungen. Es war eine Analyse der Philosophie. Needham untersuchte, wie konfuzianische und taoistische Traditionen den wissenschaftlichen Fortschritt beeinflussten. Er verglich diese indigenen Ansätze mit der westlichen Philosophie

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