Britische Schmetterlingspopulationen in der Krise: Ein halbes Jahrhundert an Daten zeigt ein gespaltenes Ökosystem

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Eine umfangreiche, 50-jährige Längsschnittstudie hat ein ernüchterndes Urteil über den Zustand der britischen Artenvielfalt geliefert: Mehr als die Hälfte der Schmetterlingsarten im Vereinigten Königreich sind rückläufig.

Daten, die vom UK Butterfly Monitoring Scheme – dem weltweit größten Überwachungsprogramm seiner Art – zusammengestellt wurden, zeigen, dass die Zahl von 33 der 59 Arten des Landes seit 1976 zurückgegangen ist. Dieser umfangreiche Datensatz, der auf 44 Millionen freiwilligen Aufzeichnungen an 7.600 Standorten basiert, bietet einen seltenen und detaillierten Einblick in die Art und Weise, wie sich verändernde Umweltbedingungen die natürliche Welt verändern.

Eine Geschichte zweier Arten: Gewinner und Verlierer

Die Daten zeigen eine starke Kluft in der Art und Weise, wie verschiedene Arten auf eine sich verändernde Umwelt reagieren. Der Rückgang ist nicht einheitlich; Vielmehr wird es dadurch bestimmt, wie spezialisiert eine Art hinsichtlich ihres Lebensraums und ihrer Temperaturanforderungen ist.

Die Spezialisten für Gefahren

Arten, die auf ganz bestimmte, stabile Umgebungen angewiesen sind, tragen die Hauptlast der Krise. Da sich traditionelle Landschaften verändern, haben diese „Spezialisten“ nur noch wenig Handlungsspielraum:
Der White-Letter-Hairstreak hat einen erstaunlichen Rückgang von 80 % erlebt.
Der Perlmutt-Scheckenfalter ist um 70 % zurückgegangen.

Diese Verluste sind größtenteils auf die Verschlechterung lebenswichtiger Lebensräume wie Kreiderasen und alte Wälder sowie auf den Druck von Umweltverschmutzung und Klimawandel zurückzuführen.

Die generalistischen Überlebenden

Umgekehrt überleben einige Arten nicht nur, sondern gedeihen, oft aufgrund genau der Faktoren, die andere bedrohen. Der Rote Admiral zum Beispiel verzeichnete einen Bevölkerungsanstieg um mehr als 300 %.

Dieser dramatische Anstieg ist auf steigende Temperaturen zurückzuführen, die es diesen anpassungsfähigen Schmetterlingen ermöglichen, das ganze Jahr über im Vereinigten Königreich zu überleben, wodurch ein saisonaler Besucher effektiv zu einem ständigen Bewohner wird.

Der Umweltkontext

Der Umfang dieses Überwachungsaufwands ist immens. In den letzten fünf Jahrzehnten sind Freiwillige umgerechnet 40 Mal um den Globus gelaufen, um diese Veränderungen aufzuzeichnen. Obwohl 2025 als das sonnigste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen gilt, war es lediglich ein „durchschnittliches“ Jahr für Schmetterlinge und belegte in Bezug auf die Gesundheit der Bevölkerung den 20. Platz in den letzten 50 Jahren.

Dies deutet darauf hin, dass Wetterschwankungen zwar eine Rolle spielen, aber nicht der alleinige Treiber sind. Der allgemeinere Trend deutet auf eine grundlegende Veränderung dessen hin, was „moderne Landschaften“ unterstützen können.

Der Weg nach vorn: Wiederherstellung von Lebensräumen

Die Ergebnisse verdeutlichen ein kritisches Spannungsverhältnis im Naturschutz: Während sich einige Arten an ein sich erwärmendes, sich änderndes Klima anpassen können, verschwinden die von ihnen benötigten speziellen Lebensräume.

„Die Zahlen zeigen, welche Arten von Wildtieren in den modernen Landschaften Großbritanniens überleben können“, bemerkt Professor Richard Fox von Butterfly Conservation.

Experten argumentieren, dass die Naturschutzbemühungen über die bloße Beobachtung hinausgehen und sich dringend auf die Wiederherstellung verlorener Lebensräume konzentrieren müssen, um aussterbenden Arten Zuflucht zu bieten, um weitere Verluste zu verhindern.


Schlussfolgerung
Die 50-Jahres-Daten bestätigen, dass der Klimawandel zwar Gewinner unter den anpassungsfähigen Arten hervorbringt, gleichzeitig aber auch spezialisierte Schmetterlinge durch den Verlust ihres Lebensraums in Richtung Aussterben treibt. Um diesen Trend umzukehren, ist ein dringendes, groß angelegtes Engagement für die Wiederherstellung der spezifischen Ökosysteme erforderlich, von denen diese Arten abhängig sind.

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