Die Bakterien, die Zahnfleischerkrankungen verursachen, können auch zu einer Versteifung Ihrer Herzklappen führen. Vorläufige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Porphyromonas gingivalis, der Hauptverursacher schwerer Parodontitis, zur kalkhaltigen Aortenklappenerkrankung beiträgt. Dieser Befund hilft zu erklären, warum Mundgesundheitsprobleme häufig mit einer schlechten Herzgesundheit einhergehen.
Wissenschaftler haben seit langem schwere Zahnfleischerkrankungen mit systemischen Entzündungen in Verbindung gebracht. Es erhöht das Risiko einer koronaren Herzkrankheit und eines Herzinfarkts. Die Behandlung von Zahnfleischproblemen kann tatsächlich die Gesundheit der Blutgefäße verbessern. Doch eine neue Studie weist auf einen spezifischen Mechanismus hin: die direkte bakterielle Invasion.
Wie orale Bakterien Herzklappenschäden auslösen
Die auf dem Treffen der American Heart Association in Boston vorgestellten Forschungsergebnisse wurden noch nicht von Experten begutachtet. Der darin beschriebene biologische Weg ist jedoch überzeugend.
Dr. Elena Aikawa von der Harvard Medical School stellte fest, dass diese Ergebnisse mit der Ansicht übereinstimmen, dass die Erkrankung der kalkhaltigen Aortenklappe entzündungsbedingt und nicht nur durch „Abnutzung“ bedingt ist. Parodontitis ist nicht die einzige Ursache, aber sie trägt zu einer biologisch plausiblen Kette von Ereignissen bei.
Hier ist, was die Studie bezüglich der Mechanik herausgefunden hat:
- Nachweis : Forscher des Fuwai-Krankenhauses in Peking untersuchten Herzklappengewebe aus Operationen. Sie suchten nach P. gingivalis.
- Häufigkeit : Verkalkte Klappen enthielten 30-mal mehr bakterielle DNA und Proteine als nicht verkalkte.
- Direkte Auswirkung : Die Injektion lebender Bakterien in gesunde Mäuse löste Entzündungen und Kalziumablagerungen in den Klappen aus.
- Der Schalter : Die Bakterien steigerten den Beta-Wert von Interleukin-1. Dieses Signal verwandelte gesunde Klappenzellen in knochenbildende Zellen.
- Blockade : Die Blockade dieses spezifischen Immunsignals verhinderte eine Verkalkung, selbst wenn Bakterien vorhanden waren.
„Wir waren überrascht, eine Klappenverkalkung bei Mäusen ohne hohen Cholesterinspiegel zu sehen“, sagte der Erstautor der Studie, Dr. Chenyang Li. „Dies deutet darauf hin, dass P. gingivalis über die herkömmlichen Risikofaktoren hinaus direkt zur Klappenerkrankung beitragen kann.“
Warum dieser Weg wichtig ist
Von einer kalkhaltigen Aortenklappenerkrankung sind Millionen Menschen betroffen. Zur Verlangsamung gibt es derzeit keine zugelassenen Medikamente. Wenn es schlimmer wird, leiden die Patienten unter Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Brustschmerzen. Oftmals ist die einzige Lösung ein chirurgischer Klappenersatz.
Die neuen Daten deuten auf ein konkretes Interventionsziel hin. Wenn Interleukin-1 Beta den Schaden verursacht, könnte es dann helfen, es zu blockieren?
Mäuse, denen vor der Bakterieninjektion Antibiotika verabreicht wurden, zeigten weniger Klappenschäden und ein langsameres Fortschreiten. Mäuse, denen tote Bakterien injiziert wurden, zeigten keine Veränderungen. Dies bestätigt, dass eine lebende, aktive Infektion der Schlüssel zum Prozess ist.
Dr. Richard Lamont von der University of Louisville betonte, dass Mundbakterien und Entzündungssignale in den Blutkreislauf gelangen können. Mit der Zeit verändern sie das Verhalten des Immunsystems. Er warnte jedoch davor, dass sich das orale Mikrobiom von Mäusen deutlich vom Menschen unterscheidet. Der exakt gleiche Prozess findet bei Menschen möglicherweise nicht statt.
Allerdings sah das Team das gleiche Muster bei im Labor gezüchteten menschlichen Klappenzellen. Der Kontakt mit Bakterien erhöhte Entzündungen und Kalzium. Durch die Blockierung des Immunsignals wurden diese Effekte abgeschwächt.
Das größere Bild
Hier geht es nicht um Panik. Parodontitis ist nur eine Ursache unter vielen. Aber die Identifizierung eines klaren, direkten Wegs eröffnet neue Möglichkeiten für Prävention und Behandlung.
„Die Ergebnisse geben Forschern einen neuen Weg zur Erforschung … und werfen die Frage auf, ob die gezielte gezielte Behandlung von Entzündungssignalen … dazu beitragen könnte, das Fortschreiten zu verlangsamen“, sagte Lamont.
Beide Experten sind sich einig, dass weitere Forschung erforderlich ist. Die Mausdaten sprechen für eine direkte Verbindung. Die Daten menschlicher Zellen stützen die biologische Plausibilität. Die Bestätigung in Versuchen am Menschen steht jedoch noch aus.
Wir wissen, dass das Herz der am härtesten arbeitende Muskel des Körpers ist. Wir wissen auch, dass unser Mund ein Tor zum Rest des Körpers ist. Wenn Zahnfleischbakterien buchstäblich Kalkablagerungen auf Ihren Herzklappen bilden, wird die Aufrechterhaltung der Mundhygiene von „nice to have“ zu medizinisch dringender Notwendigkeit.
Die Bakterien sind da. Sie sind aktiv. Und sie scheinen genau zu wissen, wohin sie gehen müssen.































