Eine gemeinsame Forschungsarbeit hat überzeugende Beweise dafür erbracht, dass Papageien mehr tun, als nur die menschliche Sprache nachzuahmen; Sie verwenden möglicherweise Namen tatsächlich als kognitive Etiketten, um bestimmte Personen und Tiere zu identifizieren.
Die in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlichte Studie analysierte Daten von fast 900 in Gefangenschaft gehaltenen Papageien im Rahmen des ManyParrots-Projekts. Forscher von Institutionen wie der University of Northern Colorado und der Universität Wien fanden heraus, dass diese Vögel Lautäußerungen auf eine Weise verwenden, die menschliche Sprachkonventionen widerspiegelt, insbesondere durch die Zuweisung von Bezeichnungen an Individuen.
Von der Mimikry zur sinnvollen Kennzeichnung
Während seit langem bekannt ist, dass viele Tiere ihre eigenen Namen erkennen oder auf menschliche Befehle reagieren können, mangelt es an Beweisen dafür, dass verschiedene Tiergruppen Namen erstellen können, um auf andere zu verweisen.
Die Forscher identifizierten einen Unterschied zwischen einfacher Nachahmung und funktionaler Kommunikation:
– Lernen der Stimmproduktion: Im Gegensatz zu vielen Arten, die lediglich auf Geräusche reagieren, verfügen Papageien über die einzigartige Fähigkeit, komplexe Lautäußerungen zu erlernen und zu produzieren.
– Individuelle Assoziation: In einer Teilmenge der Daten fanden Forscher heraus, dass Vögel spezifische Namen nicht nur für allgemeine Kategorien (wie „Mensch“ oder „Hund“), sondern für einzelne, spezifische Individuen verwendeten.
– Kontextbezogene Verwendung: Die Vögel zeigten die Fähigkeit, Namen in sozialen Situationen zu verwenden, einschließlich des Rufens nach jemandem, der gerade nicht anwesend war.
Menschenähnliches vs. unkonventionelles Verhalten
Die Studie zeigt eine faszinierende Überschneidung zwischen menschenähnlicher Intelligenz und einzigartigen Verhaltensweisen von Tieren. Während einige Papageien Namen auf eine Weise verwendeten, die mit den sozialen Normen des Menschen übereinstimmt, verwendeten andere sie eher opportunistisch.
„Papageien sagten manchmal ihren eigenen Namen, nur um etwas Aufmerksamkeit zu erregen“, bemerkten die Forscher und verdeutlichten damit einen äußerst taktischen Einsatz der Sprache, um ihre Umgebung zu manipulieren.
Diese Unterscheidung ist entscheidend für das Verständnis der Tierkognition. Es deutet darauf hin, dass Papageien zwar über die „Hardware“ für komplexe Etikettierungen verfügen, ihre „Software“ – die Gründe, warum sie diese Etiketten verwenden – jedoch von ihren eigenen sozialen und Überlebensbedürfnissen bestimmt wird.
Das große Ganze: Was das für die Intelligenz von Tieren bedeutet
Diese Forschung markiert einen bedeutenden Schritt zur Veränderung unseres Verständnisses der Tierkommunikation. Traditionell wird vieles von dem, was wir bei Haustieren beobachten, als „Nachahmen“ (Nachahmen ohne Verständnis) abgetan. Diese Daten deuten jedoch auf eine viel tiefere kognitive Ebene hin, in der Stimmbezeichnungen mit bestimmten Identitäten verknüpft sind.
Es bleiben jedoch einige Fragen offen:
– Origin of Names: All birds in this study used names derived from human language. Es bleibt unbekannt, ob Papageien völlig originelle Namen für Individuen erfinden können.
– Wild vs. in Gefangenschaft: Während Forscher vermuten, dass diese Kennzeichnungsfähigkeiten in freier Wildbahn vorkommen, stammen die meisten aktuellen Daten aus Umgebungen in Gefangenschaft, in denen die menschliche Interaktion konstant ist.
– Methodik: Zukünftige Forschung muss über die Abhängigkeit von menschlichen Beobachtern hinausgehen, um die Benennung von Tieren zu beweisen, und nach Möglichkeiten suchen, diese Verhaltensweisen durch rein nichtmenschliche Methoden zu identifizieren.
Schlussfolgerung
Die Studie zeigt, dass Papageien die kognitive und stimmliche Fähigkeit besitzen, Namen als soziale Werkzeuge zu verwenden, was sie einem menschenähnlichen Verständnis der individuellen Identität näher bringt. Diese Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Untersuchung der Entwicklung von Sprache und sozialen Strukturen zwischen verschiedenen Arten.
