Was uns die Galapagos-El-Niño-Krise über das Aussterben der Meere lehrt

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Das Wasser ist falsch. Es ist zu heiß.

Rund um die Galápagos-Inseln brodelt der Pazifische Ozean. Dies ist keine lokale Anomalie. Es ist der Beginn eines gewaltigen El-Niño-Ereignisses, das sich jetzt verstärkt und im Jahr 2026 seinen Höhepunkt erreicht. Wissenschaftler rechnen mit Rekordhitze. Wenn das Jahr 2026 keine globalen Temperaturrekorde bricht, wird es das Jahr 2027 mit ziemlicher Sicherheit tun. Die Inseln liegen genau im Mittelpunkt dieses Klimasturms.

Warum El Niño das Meeresleben auf Galápagos bedroht

Normalerweise ist der Ostpazifik kalt. Es sollte sein. Dieser kalte Aufschwung unterstützt Pinguine. Es unterstützt Pelzrobben. Dadurch können Pinguine neben Korallenriffen schwimmen – ein biologischer Widerspruch, den es nur hier gibt.

Dann kommt die Hitze.

Der Passatwind ist langsam. Warmes Wasser strömt nach Osten. Der Ozean nimmt ein heißes Bad. Die Temperaturen steigen von kühlen 18 °C auf über 30 °C.

Nährstoffe verschwinden. Fischbestände brechen zusammen. Vögel verhungern. Nazca-Tölpel. Blaufußtölpel. Pinguine. Ihre Zahlen fallen im freien Fall. Zu Tausenden sterben Meeresleguane und verhungern an den Stränden, an denen sie früher lebten.

Es ist ein Kreislauf. Ein uralter Rhythmus. La Niña bringt Kälte und Leben. El Niño bringt Hitze und Tod. Die Arten hier haben sich für diese Volatilität entwickelt. Sie sind für die Schwingung gebaut.

Wie sich Galápagos-Tiere an Klimaextreme anpassen

Bei der Evolution geht es nicht immer um Wachstum. Manchmal geht es ums Schrumpfen.

Galápagos-Meeresleguane können in schweren El-Niño-Jahren tatsächlich die Größe ihrer Skelette reduzieren. Es ist eine drastische Maßnahme. Sie werden kleiner, um die Hungersnot zu überleben. Wenn das kalte Wasser zurückkehrt, wachsen sie nach. Es ist ein physiologisches Wunder. Ein Beweis für Widerstandsfähigkeit.

Doch der Klimawandel bricht den Rhythmus.

El Niños kommen immer häufiger vor. Sie sind extremer. Die Erholungsphase – die La Niña-Phase – wird kürzer oder schwächer. Das Ökosystem hat keine Zeit, sich zu erholen.

Jon Witman, ein Ökologieprofessor an der Brown University, der diese Zyklen seit Jahrzehnten untersucht, sieht die Gefahr klar. Er stellt fest, dass die Galapagosinseln die höchste Temperaturvariabilität aller Ökosysteme auf der Erde aufweisen. Es ist ein Ort des völligen Zusammenbruchs und des stürmischen Aufschwungs.

„Wie viel Stress verträgt ein Ökosystem?“

Das ist die Frage, die über den Inseln schwebt.

Das Risiko ökologischer Wendepunkte

Das ist nicht theoretisch. Wir haben das Worst-Case-Szenario schon einmal gesehen.

Während des Super-El Niño 1982–83 starben mehrere endemische Galápagos-Arten aus. Der Galápagos-Riffbarsch ist verschwunden. Für immer.

In jüngerer Zeit, während des El Niño 2015–2016, dokumentierten Forscher Ausbrüche von ulzerativen Hauterkrankungen bei mehreren Fischarten. Der Schock für das Nahrungsnetz war schwerwiegend. Es breitete sich nach außen aus und betraf alles, vom kleinen Fisch bis zum großen Raubtier.

Witman und sein Team bereiten sich auf die Veranstaltung 2026–2027 vor. Sie befürchten einen Wendepunkt. Nicht nur ein schlechtes Jahr. Ein permanenter Wandel. Ein Ökosystem wird so stark beansprucht, dass es in einen neuen Zustand übergeht – einen mit geringer Produktivität und geringer Artenvielfalt. Eine tote Zone.

Sind Galápagos-Ökosysteme widerstandsfähig gegen den Klimawandel?

Es ist leicht, vom Untergang auszugehen. Es ist jetzt einfach, die Laudatio zu schreiben.

Aber die Inseln haben schon früher überlebt. Sie sind hartnäckig.

Witman bleibt ruhig optimistisch. Nicht, weil die Hitze verschwinden würde. Sondern weil das Leben einen Weg findet, sich anzupassen, auch wenn sich die Bedingungen radikal ändern.

Bei seiner Arbeit an Korallenriffen hat er beobachtet, wie sich die Zusammensetzung veränderte. Empfindliche Arten sterben ab. An ihre Stelle treten robustere Arten. Die Riffe sind jetzt anders. Belastbarer. Hält dem nächsten Hitzehammer besser stand.

„Wir befinden uns in einer neuen Zone“, sagt Witman. „Es ist besorgniserregend, aber die Untersuchung des Ökosystems gibt mir Hoffnung.“

Die Galapagosinseln sind ein natürliches Labor für die Zukunft. Es zeigt uns, was passiert, wenn die Natur an den Rand gedrängt wird. Es zeigt uns den Zusammenbruch. Es zeigt uns auch die Genesung.

Was wird es dieses Mal sein?

Das Wasser ist heiß. Die Vögel warten. Wir müssen nur sehen, was überlebt.

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