Tansanias Udzungwa-Gebirge: Ein Hotspot der Artenvielfalt enthüllt

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Die abgelegenen Udzungwa-Berge in Tansania beherbergen einen außergewöhnlichen Reichtum an Leben, darunter mehrere Arten, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden sind. Jüngste Erkundungen und Fotodokumentationen zeigen eine Region voller einzigartiger Primaten, hoch aufragender Bäume und innovativer Naturschutzbemühungen.

Ein Zufluchtsort für seltene Primaten

Der Udzungwa-Mountains-Nationalpark ist die Heimat von sechs Primatenarten, von denen zwei – der Udzungwa-Stummelaffe und der Sanje-Kammmangabe – vom Aussterben bedroht sind und diesen Park als ihren letzten verbliebenen Lebensraum nutzen. Noch bemerkenswerter ist, dass der Kipunji-Affe erst 2003 als neue Art identifiziert wurde, was die erste Primatenentdeckung in Afrika seit Jahrzehnten darstellte.

„Aber Säugetiere, wow!“ – Frédéric Noy, Fotograf

Die Einzigartigkeit des Kipunji endete hier jedoch nicht; Später wurde ihm eine eigene Gattung, Rungwecebus, zugeordnet, eine Unterscheidung, die es seit 1923 nicht mehr gab. Heute gibt es weniger als 2.000 Kipunji, deren Überleben direkt mit der Erhaltung dieses fragilen Ökosystems zusammenhängt.

Jenseits von Primaten: Neue Entdeckungen gehen weiter

Die Udzungwa-Berge bergen nicht nur Geheimnisse in Bezug auf ihre Primatenpopulationen. Der bis zu 40 Meter hohe Baum Tessmannia Princeps wurde erst letztes Jahr offiziell als neue Art beschrieben. Dies verdeutlicht, wie viel in dieser relativ unerforschten Region noch unbekannt ist.

Naturschutz durch Zusammenarbeit

Zu den Bemühungen zum Schutz dieses Biodiversitäts-Hotspots gehört das Udzungwa-Korridor-Projekt, das darauf abzielt, den Nationalpark mit benachbarten Reservaten zu verbinden. Das Projekt nutzt ein nachhaltiges Finanzierungsmodell und verkauft Kohlenstoffgutschriften, um lokale Landbesitzer zur Wiederaufforstung degradierter Gebiete zu motivieren. Dies bietet wirtschaftliche Chancen und stellt gleichzeitig lebenswichtige Lebensräume wieder her.

Balance zwischen Naturschutz und Lebensunterhalt

Lokale Gemeinschaften engagieren sich auch durch die Bienenzucht am Naturschutz. Bienenstöcke, die als alternative Einnahmequelle gefördert werden, reduzieren die Abhängigkeit von Parkressourcen und können sogar Elefanten abschrecken – obwohl es im Park selbst derzeit keine ansässige Elefantenpopulation gibt. Der Zuckerrohranbau ist nach wie vor eine bedeutende landwirtschaftliche Tätigkeit in der Umgebung und verdeutlicht das komplexe Zusammenspiel zwischen menschlichen Bedürfnissen und Umweltschutz.

Die Udzungwa-Berge sind ein lebendiges Labor der Evolution und des Naturschutzes. Die kontinuierliche Entdeckung neuer Arten und die innovativen Ansätze zur nachhaltigen Landbewirtschaftung zeigen, dass selbst in einer Welt, die mit einem raschen Verlust der biologischen Vielfalt konfrontiert ist, noch Gebiete mit außergewöhnlichem Leben geschützt werden können.

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