Ein beeindruckendes neues Bild der Europäischen Südsternwarte (ESO) zeigt die Milchstraße, die sich über dem Paranal-Observatorium in Chile wölbt und von leuchtenden grünen Laserstrahlen unterbrochen wird. Diese sind nicht Teil eines Science-Fiction-Films; Es handelt sich um künstliche Leitsterne, die dazu dienen, astronomische Beobachtungen zu schärfen.
Der sehr große Teleskopkomplex
Das vom chilenischen Astrofotografen Alexis Trigo aufgenommene Bild zeigt die hochmoderne Teleskopanlage der ESO. Vier riesige „Unit Telescopes“ (UTs) – Antu, Kueyen, Yepun und Melipal – dominieren die Landschaft und verfügen jeweils über einen 8,2 Meter großen Primärspiegel. Diese Teleskope können einzeln oder kombiniert als Very Large Telescope (VLT) betrieben werden und bieten unvergleichliche Ausblicke auf Exoplaneten und den fernen Kosmos. Ein kleineres 1,8-Meter-Hilfsteleskop ergänzt den Komplex und erhöht die Lichtsammelleistung des VLT.
Korrektur atmosphärischer Verzerrungen
Die von UT-4 (Melipal) abgefeuerten grünen Laser dienen nicht nur der Show. Sie steigen etwa 90 Kilometer in die obere Atmosphäre auf und regen Natriumatome an, um künstliche Referenzpunkte zu schaffen. Warum ist das wichtig? Die Erdatmosphäre verzerrt das Licht entfernter Objekte und verwischt astronomische Bilder. Durch die Verfolgung dieser lasererzeugten „Sterne“ können adaptive Optiksysteme auf den Spiegeln des VLT diese Verzerrung in Echtzeit korrigieren.
Diese von Melipal im Jahr 2016 entwickelte Technik wurde nun ab Dezember 2025 auf alle vier UTs ausgeweitet. Das Upgrade verbessert die Leistung des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) und seiner fortschrittlichen GRAVITY+-Instrumente und liefert schärfere Bilder und präzisere Daten.
Diese Technologie entfernt effektiv den durch die Atmosphäre verursachten „Schimmer“, sodass Astronomen mit größerer Klarheit tiefer in den Weltraum blicken können.
Das künstliche Sternensystem der ESO ist ein entscheidender Schritt zur Überwindung der Grenzen der bodengestützten Astronomie und verschiebt die Grenzen dessen, was wir im Universum beobachten können.



















