Der Green River des Colorado River fließt aufgrund uralter geologischer Verschiebungen „bergauf“.

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Seit Millionen von Jahren ist der Green River – der größte Nebenfluss des Colorado River – einem kontraintuitiven Weg gefolgt: Er hat sich durch die 13.000 Fuß hohen Uinta-Berge gegraben, anstatt sie zu umfließen. Nun legt eine neue Studie nahe, dass dieser offensichtliche Widerstand gegen die Schwerkraft nicht auf einen außergewöhnlichen Fluss zurückzuführen ist, sondern darauf, dass die Berge selbst abgesunken sind und das Hochland passierbar gemacht haben.

Das Geheimnis eines ungewöhnlichen Flusslaufs

Geologen rätseln seit langem über den Verlauf des Green River. Der Fluss entstand vor etwa 8 Millionen Jahren (möglicherweise jedoch erst vor 2 Millionen Jahren) und durchschnitt direkt eine Bergkette, die bereits seit 50 Millionen Jahren existierte. Frühere Theorien – ein mächtiger südlicher Kanal, der vom nahe gelegenen Yampa-Fluss geschnitten wurde, oder eine vorübergehende Sedimentansammlung, die den Fluss über die Berge anhebt – konnten das Phänomen nicht vollständig erklären. Keine der beiden Hypothesen konnte überzeugend die schiere Kraft erklären, die erforderlich ist, um einen solchen Weg zu erodieren, oder das Fehlen ähnlicher Formationen anderswo.

Lithosphärische Tropfen: Berge versinken im Erdmantel

Die neue Forschung, die im Journal of Geophysical Research: Earth Surface veröffentlicht wurde, schlägt eine einzigartige Lösung vor: Das Uinta-Gebirge sinkte aufgrund eines geologischen Prozesses, der als „lithosphärischer Tropfen“ bezeichnet wird. Dies geschieht, wenn sich dichte Mineralien unter Gebirgszügen ansammeln und so den Druck an der Basis der Erdkruste erhöhen. Im Laufe der Zeit bilden diese Mineralien schwere Klumpen, die sich ablösen und in den Mantel – die Schicht zwischen der Erdkruste und dem äußeren Kern – sinken und die Berge effektiv nach unten ziehen.

Dieser Prozess ist nicht neu; In anderen Regionen, beispielsweise in den Anden, wurden Hinweise auf lithosphärische Tropfen gefunden. Der Schlüsselindikator ist ein „Bullseye“-Muster der Hebung auf der Erdoberfläche, das den Forschern zufolge mit den ungewöhnlichen Flussprofilen im Uinta-Gebirge übereinstimmt. Seismische Tomographie – 3D-Karten des Erdinneren – enthüllte einen 120 Meilen tiefen Klumpen im Erdmantel unter den Uintas, was die Theorie stark stützt.

Timing und Wirkung

Berechnungen auf der Grundlage der Tiefe und Größe des Tropfens deuten darauf hin, dass er sich vor 2 bis 5 Millionen Jahren ablöste, was mit Schätzungen darüber übereinstimmt, wann der Green River begann, sich durch die Berge zu graben. Die sinkenden Berge schufen den „Weg des geringsten Widerstands“, der es dem Fluss ermöglichte, über sie hinwegzufließen und das Gelände weiter zu erodieren, wodurch Strukturen wie der Canyon of Lodore entstanden.

Warum das wichtig ist

Der einzigartige Verlauf des Green River ist nicht nur eine geologische Kuriosität. Es zeigt, wie Prozesse im tiefen Erdmantel Oberflächenlandschaften über relativ kurze geologische Zeiträume direkt formen können. Die Untersuchung solcher Ereignisse hilft Wissenschaftlern zu verstehen, wie sich Gebirgszüge entwickeln und welche dynamischen Beziehungen zwischen Erdkruste, Erdmantel und Oberflächenmerkmalen bestehen.

Obwohl die Hypothese des lithosphärischen Tropfens möglicherweise nicht das letzte Wort ist, wie andere Experten vermuten, bietet sie eine überzeugende Erklärung, die mit mehreren Beweislinien übereinstimmt. Diese Forschung unterstreicht die Kraft der Kombination von Oberflächenbeobachtungen mit Daten aus der Tiefe der Erde, um komplexe geologische Rätsel zu lösen.

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