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Durchbruch im Quantencomputing: Verschlüsselung schneller als erwartet gefährdet

Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass leistungsstarke Quantencomputer, die moderne Internetverschlüsselung knacken können, möglicherweise nur 10.000 Qubits benötigen – eine deutliche Reduzierung gegenüber früheren Schätzungen von Millionen. Diese Entwicklung beschleunigt den Zeitablauf für potenzielle Cybersicherheitsbedrohungen und hat Auswirkungen auf Online-Sicherheit, Finanzen und kritische Infrastruktur.

Die Bedrohung für die Verschlüsselung

Jahrelang ging man davon aus, dass die Überwindung weit verbreiteter Verschlüsselungsstandards wie Elliptic Curve Cryptography (ECC) und RSA-2048 Quantencomputer mit Millionen stabiler Qubits erfordern würde. Neue Berechnungen von Forschern von Caltech und Oratomic legen etwas anderes nahe. Ein 9.988-Qubit-Quantencomputer könnte ECC theoretisch in etwa 1.000 Tagen knacken. Eine Skalierung auf bis zu 26.000 Qubits würde diesen Zeitrahmen auf nur einen Tag verkürzen. Der RSA-2048-Standard ist zwar robuster, könnte aber mit 100.000 Qubits in etwa 10 Tagen gebrochen werden.

Das ist wichtig, weil: ECC die Grundlage für die Sicherung vieler Online-Transaktionen ist, einschließlich solcher in Kryptowährungen wie Bitcoin, und sensible Daten in unzähligen Branchen schützt.

Fortschritte in der Quantenfehlerkorrektur

Die Verschiebung der Qubit-Anforderungen wird durch Verbesserungen bei der Quantenfehlerkorrektur vorangetrieben. Quantenbits sind bekanntermaßen instabil und anfällig für Fehler, die Berechnungen unbrauchbar machen. Die Entwicklung effizienterer Fehlerkorrekturtechniken – insbesondere Quanten-Paritätsprüfcodes mit niedriger Dichte – reduziert die Anzahl der physischen Qubits, die zur Erstellung eines zuverlässigen logischen Qubits erforderlich sind, drastisch.

Diese Codes funktionieren, indem sie mehrere fehlerhafte Qubits zu einer stabilen Einheit kombinieren, erforderten jedoch zuvor einen hohen Qubit-Overhead. Die neuen Methoden machen logische Qubits effizienter und bringen das praktische Quantencomputing näher an die Realität.

Der Wettlauf zur Quantenüberlegenheit

Die Dringlichkeit ist spürbar. Untersuchungen von Iceberg Quantum in Sydney bestätigen diese Ergebnisse und schätzen, dass die RSA-Verschlüsselung in einer Woche mit rund 100.000 Qubits besiegt werden könnte. Google Quantum AI hat sich ebenfalls geäußert und darauf hingewiesen, dass ein 500.000-Qubit-Computer, der minutenlang läuft, die Sicherheit der Kryptowährung gefährden könnte.

Das ist nicht mehr nur theoretisch: Die Arbeit von Oratomic nutzt ein Quantencomputerdesign, bei dem einzelne Atome durch Laser manipuliert werden, was eine direkte Qubit-Wechselwirkung ermöglicht – ein entscheidendes Element für eine effiziente Fehlerkorrektur. Die Forscher des Unternehmens glauben, dass diese Technologie schnell erreichbar wird.

Was als nächstes kommt

Der Wettlauf um den Bau fehlertoleranter Quantencomputer ist heute eine entscheidende Herausforderung für die Cybersicherheit. Obwohl diese Berechnungen Richtwerte liefern, entwickelt sich das Gebiet immer noch rasant weiter.

„Eine Nummer einzugeben ist nur ein Schritt … Es müssen viele Details geklärt werden.“ – Jens Eisert, Physiker an der Freien Universität Berlin

Die Entwicklung quantenresistenter Verschlüsselungsstandards wird immer wichtiger. Mit der Weiterentwicklung des Quantencomputings ist die Möglichkeit einer Störung bestehender Sicherheitsprotokolle keine ferne Bedrohung mehr, sondern eine unmittelbar bevorstehende Möglichkeit.

Die Auswirkungen sind klar: Die Sicherheitslandschaft verändert sich und es sind proaktive Maßnahmen erforderlich, um kritische Daten und Infrastruktur im Zeitalter der Quantenberechnung zu schützen.

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