Tragbare Phototherapie: Neue Schlinge behandelt Neugeborenen-Gelbsucht ohne Strom

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Ein Medizinstudent hat eine kostengünstige Babytrage entwickelt, die die Phototherapie im Krankenhaus nachahmt und eine potenziell lebensrettende Behandlung von Neugeborenengelbsucht in Regionen mit begrenztem Zugang zu medizinischer Technologie bietet. Das Gerät mit dem Namen „BiliRoo“ nutzt einen speziellen Filter, um Sonnenlicht für die Reduzierung von Bilirubin zu nutzen und gleichzeitig schädliche UV-Strahlen zu blockieren. Dies könnte die schätzungsweise mehr als 100.000 Todesfälle und unzähligen Behinderungen, die jedes Jahr weltweit durch schwere Gelbsucht verursacht werden, drastisch reduzieren.

Das Problem von Gelbsucht und Sonnenlicht

Bis zu 80 % der Frühgeborenen und 60 % der Neugeborenen sind von Neugeborenengelbsucht betroffen – einer Gelbfärbung der Haut, die durch die Ansammlung von Bilirubin verursacht wird. Moderne Krankenhäuser behandeln es mit Blaulichttherapie, aber in vielen Teilen der Welt fehlt diese Infrastruktur. Familien greifen oft auf Sonneneinstrahlung zurück, was funktionieren kann, aber das Risiko von UV-Schäden und Hautkrebs birgt. Dies macht es zu einem gefährlichen Kompromiss, insbesondere in Gebieten mit geringen Ressourcen, in denen die Gesundheitsversorgung bereits angespannt ist.

BiliRoo: Eine tragbare Lösung

Die BiliRoo-Tragetasche verfügt über eine transparente Platte mit einem UV-blockierenden Filter. Dadurch gelangt therapeutisches blaues Licht auf die Haut des Babys und schützt es gleichzeitig vor schädlicher Strahlung. Die von Daniel John, einem Medizinstudenten der University of Michigan, entworfene Schlinge ist leicht, tragbar und benötigt keinen Strom. Er entwickelte die Idee aufgrund seiner Kindheit in Nepal, wo Stromausfälle häufig die medizinische Versorgung beeinträchtigten.

„Es ist kostengünstig, benutzerfreundlich, einfach und nicht elektrisch.“ – Daniel John

Das Design fördert außerdem den Haut-zu-Haut-Kontakt („Känguru-Pflege“), was die Entwicklung des Säuglings fördert und Stress reduziert. Dadurch wird die Behandlung für die Familien weniger störend und das überlastete Krankenhauspersonal wird entlastet.

Frühe Tests und zukünftige Tests

Erste Tests zeigen, dass die Schlinge auch bei unterschiedlicher Neigung ausreichend therapeutisches Licht liefert. Es bleiben jedoch reale Herausforderungen bestehen: Sonnenlicht ist unregelmäßig und längere Hitzeeinwirkung könnte zu Dehydrierung führen. John bereitet sich auf klinische Studien in Nigeria vor, wo sich die Therapie mit gefiltertem Sonnenlicht als vielversprechend erwiesen hat, aber aufgrund logistischer Hürden noch nicht weit verbreitet ist.

Das Gerät wird derzeit in Nepal hergestellt. Pilotstudien werden noch in diesem Jahr beginnen und sich auf leichte bis mittelschwere Fälle von Gelbsucht konzentrieren. Experten wie die pädiatrische Intensivmedizinerin Tina Slusher glauben, dass BiliRoo bei weniger schweren Fällen wirksam sein könnte und die Lücke zwischen High-Tech-Krankenhausbehandlung und riskanter, ungefilterter Sonneneinstrahlung schließen könnte.

Diese innovative Schlinge stellt einen praktischen Schritt zur Bewältigung einer vermeidbaren globalen Gesundheitskrise dar und bietet eine einfache, zugängliche Lösung für Familien in Gebieten, in denen moderne medizinische Ressourcen knapp sind.

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