Die Royal West of England Academy in Bristol, Großbritannien, veranstaltet Cosmos: The Art of Observing Space, eine einzigartige Ausstellung, die künstlerische Interpretation mit astronomischer Beobachtung verbindet. Die Ausstellung läuft bis zum 19. April und untersucht, wie sowohl Künstler als auch Wissenschaftler als Übersetzer der Realität fungieren und komplexe Phänomene in für uns verständliche Erzählungen umwandeln.
Das Zusammenspiel von Blick und Daten
Kurator Ione Parkin gestaltet die Ausstellung als eine Neukalibrierung der Perspektive und zieht Parallelen zwischen der Geduld der Sternenbeobachtung und der sorgfältigen Analyse wissenschaftlicher Daten. Die Ausstellung präsentiert nicht nur vom Weltraum inspirierte Kunst; Es lädt die Besucher ein, an ihrem eigenen Beobachtungsakt teilzunehmen und neue Verbindungen zwischen dem Visuellen und dem Empirischen zu finden.
Solargraphie und antike Technologie
Die vorgestellten Werke veranschaulichen diese Verschmelzung auf eindrucksvolle Weise. Janette Kerrs Fotografie, die in Zusammenarbeit mit Gemeinden in Island, Grönland, Shetland und Somerset entstanden ist, nutzt Solargraphie – eine Technik monatelanger Sonnenbelichtungen – um die Zeit in einem einzigen Bild festzuhalten. Dieser Ansatz spiegelt sich in Alex Hartleys Stück wider, das Sonnenkollektoren manipulierten Bildern neolithischer Menhire gegenüberstellt und so eine historische Kontinuität der Solartechnologie von der Antike bis zur Gegenwart hervorhebt.
Erweckt himmlische Energie
Die Ausstellung beschränkt sich nicht nur auf Fotografie. Parkins eigene Gemälde stellen die rohe Energie der Sonne dar, mit wirbelnden Rot- und Orangetönen und strahlend weißen Rissen, die an überhitztes Plasma erinnern. Insgesamt legen die Ausstellungsstücke nahe, dass der Blick auf den Kosmos – sei es durch ein Teleskop oder einen Pinsel – von Natur aus ein Prozess der Interpretation, Übersetzung und letztendlich des Geschichtenerzählens ist.
Cosmos fordert den Betrachter dazu auf, darüber nachzudenken, wie wir das Universum um uns herum wahrnehmen, und erinnert uns daran, dass Wissenschaft und Kunst keine getrennten Beschäftigungen sind, sondern sich ergänzende Möglichkeiten, sich mit derselben Realität auseinanderzusetzen. Der Erfolg der Ausstellung liegt in ihrer Fähigkeit, komplexe Ideen durch eindrucksvolle Bilder zugänglich zu machen und so ein wirklich immersives Erlebnis zu schaffen.
