Darmkrebs ist jetzt die häufigste Krebstodesursache bei Amerikanern unter 50

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Darmkrebs entwickelt sich in den Vereinigten Staaten schnell zur häufigsten Krebstodesursache bei jüngeren Erwachsenen, mit einem besorgniserregenden Anstieg der Diagnosen im fortgeschrittenen Stadium. Neue Untersuchungen der American Cancer Society (ACS) zeigen einen klaren Trend: Während die Darmkrebsraten bei älteren Erwachsenen insgesamt sinken, steigen sie bei den unter 50-Jährigen, und dieser Anstieg treibt die Sterblichkeit in die Höhe.

Die wachsende Bedrohung für jüngere Generationen

Seit 2013 ist die Inzidenz von Darmkrebs bei Personen unter 50 Jahren stetig gestiegen. Seit 2004 ist die Zahl der durch die Krankheit verursachten Todesfälle in dieser Altersgruppe gestiegen. Dabei handelt es sich nicht nur um einen kleinen Anstieg, sondern um die einzige häufige Krebsart, bei der die Sterblichkeitsrate bei jüngeren Erwachsenen steigt. Der Trend erstreckt sich auf die 50- bis 64-Jährigen, bei denen die Diagnosen ebenfalls immer weiter fortgeschritten sind.

Diese Verschiebung ist besonders alarmierend, da sie in scharfem Kontrast zum Rückgang der Darmkrebsfälle und Todesfälle bei Menschen über 65 steht. Die ältere Bevölkerung macht immer noch die Mehrheit der Fälle aus, aber dieser allgemeine Rückgang verschleiert das steigende Risiko, dem jüngere Generationen ausgesetzt sind.

Was treibt den Anstieg an?

Forscher erforschen immer noch die Grundursachen, aber das Phänomen, das als „Geburtskohorteneffekt“ bekannt ist, legt nahe, dass der Zeitpunkt der Geburt einer Person mittlerweile wichtiger für ihr Krebsrisiko ist als ihr Alter bei der Diagnose. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur die Alterung, sondern auch externe Faktoren eine bedeutende Rolle spielen.

Mögliche Schuldige sind:

  • Änderungen im Lebensstil: Eine Ernährung mit hohem Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln, ein erhöhter Einsatz von Antibiotika und die Belastung durch Umweltgifte wie Mikroplastik stehen auf dem Prüfstand.
  • Verschiebliche Risikofaktoren: Traditionelle Risikofaktoren wie Rauchen sind bei jüngeren Erwachsenen weniger verbreitet, dennoch steigen die Krebsraten immer noch. Dies deutet darauf hin, dass möglicherweise neue, derzeit nicht identifizierte Risiken eine Rolle spielen.

Die Dringlichkeit des Screenings

Das ACS schätzt, dass im Jahr 2026 fast 159.000 neue Fälle von Darmkrebs diagnostiziert werden, wobei fast 25.000 davon bei Menschen unter 50 Jahren auftreten. Das Problem wird durch Diagnosen im Spätstadium verschärft: Bei den meisten jüngeren Menschen wird festgestellt, dass die Erkrankung bereits fortgeschritten ist, was die Behandlung schwieriger macht.

Früherkennung durch Screening ist von entscheidender Bedeutung. Aktuelle Richtlinien empfehlen, dass Personen mit durchschnittlichem Risiko im Alter von 45 Jahren mit dem Screening beginnen, aber alarmierend ist, dass nur 37 % der Personen im Alter von 45 bis 49 Jahren über ihre Tests auf dem neuesten Stand sind. Steigende Screening-Raten, gepaart mit einem stärkeren Bewusstsein für Symptome wie Blut im Stuhl, Bauchschmerzen und Müdigkeit, könnten viele der prognostizierten 55.000 Todesfälle in diesem Jahr verhindern.

„Eine frühere Diagnose kann auch dadurch erreicht werden, dass das Bewusstsein für Symptome von Darmkrebs wie Blut im Stuhl, Bauchschmerzen, Durchfall oder Müdigkeit geschärft wird, die oft mit anderen Gesundheitsproblemen verwechselt werden können“, betonen Forscher.

Darmkrebs ist keine Alterserkrankung mehr. Die steigende Inzidenz und Mortalität bei jüngeren Erwachsenen erfordert dringende Aufmerksamkeit, verstärkte Vorsorgeuntersuchungen und fortlaufende Forschung, um die zugrunde liegenden Ursachen zu verstehen.