Die Trump-Regierung hat den US-Impfplan für Kinder im Stillen, aber erheblich geändert und mehrere allgemein empfohlene Impfungen auf den Status „gemeinsamer klinischer Entscheidungsfindung“ herabgestuft. Diese Änderung, die sich auf Impfstoffe gegen Krankheiten wie Hepatitis A, Rotavirus und Influenza auswirkt, führt zu unnötigen Zweifeln an der etablierten öffentlichen Gesundheitspolitik. Auch wenn dieser Schritt als Stärkung der Patientenwahl dargestellt wird, untergräbt er den jahrzehntelangen wissenschaftlichen Konsens und wirft ernsthafte Fragen zum Engagement der Regierung für die Gesundheitsvorsorge auf.
Die Illusion der gemeinsamen Entscheidungsfindung
Der Übergang zur „gemeinsamen klinischen Entscheidungsfindung“ ist nicht nur ein Vorschlag zur Diskussion mit einem Arzt. Im Zusammenhang mit Impfstoffen impliziert diese Bezeichnung eine ungewisse Risiko-Nutzen-Rechnung, wo keine existiert. Die Änderungen der Regierung sorgen für Verwirrung in der Impfpolitik, obwohl eindeutige wissenschaftliche Beweise für eine allgemeine Immunisierung vorliegen. Experten warnen, dass es sich dabei nicht um eine neutrale Anpassung handelt, sondern um einen bewussten Versuch, das Vertrauen der Öffentlichkeit in Impfstoffe zu schwächen.
„Die Verlagerung dieser Impfstoffe in eine gemeinsame Entscheidungsfindung spiegelt keine wissenschaftliche Unsicherheit wider, sondern erzeugt sie“, sagt Dr. Jake Scott, Arzt für Infektionskrankheiten an der Stanford University. Die Regierung folgte nicht dem traditionellen strengen Überprüfungsprozess unter Einbeziehung des Beratenden Ausschusses für Immunisierungspraktiken (ACIP), was das Vertrauen in diese Änderungen weiter untergrub.
Keine neuen Beweise, nur Rückschritt
Die Regierung legte keine neuen Daten vor, die die Herabstufung dieser Impfstoffe rechtfertigen würden. Experten warnen, dass dieser Schritt unweigerlich zu mehr vermeidbaren Krankheiten führen wird. Dr. Lori Handy, Ärztin für pädiatrische Infektionskrankheiten am Children’s Hospital of Philadelphia, betont, dass „diese Änderungen nicht im besten Interesse der Kinder vorgenommen werden, da unweigerlich mehr Kinder krank werden.“
Die Regierung behauptet, sich an den Impfplänen anderer Länder zu orientieren, doch Experten entgegnen, dass eine wirksame Impfpolitik den Zugang zur Gesundheitsversorgung vor Ort, die Infrastruktur und epidemiologische Faktoren berücksichtigen muss. Ein einheitlicher Ansatz ignoriert kritische Realitäten.
Die Auswirkungen auf bestimmte Impfstoffe
Die Neuklassifizierung betrifft Impfstoffe gegen mehrere Krankheiten, die in der Vergangenheit von einer umfassenden Immunisierung profitiert haben:
- Hepatitis A: Trotz des Risikos von Ausbrüchen in der Lebensmittelversorgung wird die Impfung nun als optional eingestuft. Experten weisen darauf hin, dass dies so sei, als würde man Eltern fragen, ob ihre Kinder essen würden, bevor sie sie vor einer vermeidbaren Krankheit schützen.
- Hepatitis B: Die allgemeine Empfehlung zur Geburtsdosis, die Neugeborene vor chronischen Infektionen schützt, wurde entfernt. Jedes vierte Kind mit chronischer Hepatitis B wird vorzeitig sterben, doch die Verabreichung lässt jetzt Unsicherheit zu.
- Meningokokken-Erkrankung: Ausbrüche dieser tödlichen Infektion können innerhalb von 48 Stunden zum Tod führen. Die Impfung wurde allgemein für Jugendliche empfohlen, doch nun wird sie als eine Option dargestellt.
- Influenza: Der Grippeimpfstoff, der trotz einer Rekordsaison 2024–2025 mit 280 Todesfällen im Kindesalter herabgestuft wurde, bleibt bei der Vorbeugung schwerer Erkrankungen zu 72–75 % wirksam.
- Rotavirus: Die Impfung hat die Krankenhauseinweisungen wegen schwerer Gastroenteritis drastisch reduziert. Eine Rücknahme dieser Empfehlung wird wahrscheinlich zu mehr Krankheiten und unnötigem Leiden führen.
Was Eltern und Anbieter tun können
Angesichts der Änderungen der Regierung können Eltern und Gesundheitsdienstleister weiterhin dem Impfplan für Kinder der American Academy of Pediatrics (AAP) folgen. Experten empfehlen, Kinderärzten zu vertrauen und nicht den Bundesrichtlinien. Die wissenschaftliche Unterstützung für die allgemeine Impfung bleibt unverändert, aber Eltern müssen jetzt eine proaktivere Rolle übernehmen, um sicherzustellen, dass ihre Kinder vollständig geimpft sind.
„Leider wird die Belastung für die Eltern jetzt größer sein“, sagt Dr. Scott. „Aber diese Institutionen versagen, und deshalb müssen Eltern die Lücke füllen.“
Die Entscheidung der Regierung schwächt jahrzehntelange Fortschritte im Bereich der öffentlichen Gesundheit, untergräbt evidenzbasierte Impfprogramme und setzt Kinder einem unnötigen Risiko aus. Der Schritt verdeutlicht den beunruhigenden Trend der Politisierung der Gesundheitspolitik auf Kosten der wissenschaftlichen Integrität.
































